Kaufberatung Langlauf Bindungen

Das Angebot an Langlaufbindungen sowohl für Classic, Skating und Backcountry ist sehr übersichtlich.
Wenn bereits ein Langlaufschuh vorhanden ist, so muss beim Kauf des Bindungssystems darauf geachtet werden, dass der Schuh dazu kompatibel ist.
Man unterscheidet 2 Bindungssysteme samt Untersystemen

1) SNS (Salomon Nordic System)
Dieses Bindungssystem wurde von Salomon entwickelt und war viele Jahre lang das marktbeherrschende System. Es wurde nahezu von allen Langlaufski-Herstellern verwendet. Es bietet eine exakte Führung des Schuhs und verleiht dadurch Stabilität. Allerdings ist der Schwerpunkt etwas höher als beim NNN-System.
Seit 2017 hat Salomon sein Angebot um das Prolink System erweitert:
Mit einem Prolink-Schuh von Salomon kann man sowohl mit der Prolink Bindung als auch der NNN-Bindung (incl. NIS-System) laufen als auch umgekehrt. Dadurch wurde der Einsatzbereich von Schuh und Bindung  deutlich erweitert.
Salomon verwendet als einziges System für das Skaten ein Pilot-System (SNS-Pilot) das ohne eine Gummiverbindung auskommt und dadurch einen direkteren Kontakt zum Ski gewährleistet. Das Pilot-System hat überdiese einen zweiten Steg, in dem der Schuh zusätzlich mit der Bindung verbunden ist. Dadurch ergibt sich eine optimale Ski-/Bindungs- und Schuhverbindung. Bei klassischen Schuhen ist dies nicht möglich und daher sind diese Schuhe auch nicht mit der Pilotbindung kompatibel.

2) NNN (New Nordic Norm)
NNN wurde von Rottefella entwickelt und vorwiegend von Rossignol, Alpina und Fischer verwendet. Das NNN-System ist flacher und dadurch wird der Schwerpunkt am Ski etwas tiefergelegt. Man hat dadurch einen etwas besseren Stand auf dem Ski.

a) NIS (Nordic Integrated System)
NIS ist ein Schlüsselelement des NNN-Systems und ermöglicht damit einen verstellbaren Montagemittelpunkt. Grundsätzlich ist der Montagepunkt auch der Balancepunkt des Langlaufskis. Mittels NIS kann dieser problemlos nach hinten oder vorne verschoben werden, ohne dass es dazu einer neues Bohrbilds bedarf. Dies ist sowohl für den Profi als auch den Einsteiger von Vorteil. Dabei wird die Bindung auf die NIS-Platte ohne Probleme aufgeschoben. Dies ist ohne Einsatz von Werkzeug möglich und dadurch kann die Bindung (mittels des NIS-Schlüssels) auch auf der Loipe schnell und problemlos verschoben werden.
Auswirkungen der Verstellung beim Skaten:
Wird die Bindung weiter nach vorne gestellt so bedeutet dies im im Skatingbereich vor allem mehr Druck im Schaufelbereich und einen stabileren Stand in der Gleitphase. Allerdings verliert der Ski auch an Geschwindigkeit.
Stellt man die Bindung nach hinten so verliert man an Druck im Schaufelbereich und der Ski reagiert fehlerverzeihender bei der Lauftechnik. Allerdings verliert der Ski auch an Dynamik
Auswirkungen der Verstellung im Classic-Bereich:
Wird die Bindung weiter nach vorne gestellt, erhöht sich der Druck beim Abstoß in der Gleitzone. Während der Gleitphase erhöht sich allerdings auch der Druck im Schaufelbereich und dadurch vermindern sich die Gleiteigenschaften des Skis. Für Einsteiger empfiehlt sich dies, da durch den nach vorn verlagerten Schwerpunkt ein sicherer Abstoß und dadurch leichteres Steigen gewährleistet sind.
Ist die Bindung weiter nach hinten verlagert kommt weniger Druck auf die Steigzone und den Schaufelbereich. Dadurch verbessern sich die Gleiteigenschaften, allerdings wird auch der Abstoß schwieriger.

 

 

 

Quelle: Fischer

 b) IFP
In 2018 wurde von Fischer und Rossignol das Turnamic IFP Bindung auf den Markt gebracht. Das interessanteste Feature ist die „werkzeuglose“ Verstellbarkeit der Bindung. Neben dem erleichterten Ein- und Ausstieg aus der Bindung wird auch durch das innovative Drehhebel-System die Abstimmung von Ski, Bindung und Schuh schnell und einfach ermöglicht.
Dadurch läßt sich die Bindung extrem leicht und einfach nach vorne bzw. hinten verschieben.  Die Bindung ist kompatibel mit Turnamic-, NNN- und Prolink Schuhen

Für Backcountry Skier werden gerne die etwas breiteren NNN-System verwendet um einen besseren Stand zu gewährleisten. Dies ist vor allem in moderatem Gelände und bei Verwendung der klassischen Diagonaltechnik von Vorteil.

Schlußendlich möchten wir noch einige grundsätzliche Unterschiede zwischen Classic- und Skatingbindungen herausstellen.

  1. Skatingbindungen haben im Gegensatz zu klassischen Bindungen eine härtere Verbindung zwischen Schuh und Bindung. Aufgrund der Abrollbewegung beim klassischen Laufen ist dies Voraussetzung für einen sauberen und effektiven Laufstil.
    Beim Skaten hingegen ist es notwendig, dass Schuh und Ski möglichst nahe aneinanderbleiben, daher ist eine Skatingbindung stets mit einem härteren Gummi ausgestattet.
  2. Der Öffnungsmechanismus für beide Bindungen ist für Einsteiger immer komfortabel gemacht. Das heißt die Bindung lässt sich einfach mittels Langlaufstock öffnen. Bei sportlichen Bindungen wird hingegen meist ein stabilerer Verriegelungsmechanismus bevorzugt, der manuell mit der Hand geöffnet bzw. geschlossen werden muss.
    Die Bindung wird dabei auch leichter und man spart dadurch auf überflüssige Gramm an Gewicht.
    Letztendlich ist die Wahl der Langlaufbindung abhängig von nachfolgenden Kriterien:
    – welche Art von Langlauf betreibe ich  (klassisch, skaten, backcountry)
    – welchen Schuh habe ich bereits bzw. mit welchen Bindungssystemen ist dieser kompatibel
    -lege ich bei der Bindung eher Wert auf Komfort oder sind Gewicht und gute Verbindung zwischen Schuh und Bindung wichtiger als einfache Handhabung

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Weitere Links zu unseren Langlaufberatungsthemen:
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Wie finde ich meine passenden Langlaufskier- die verschiedenen Formen des Langlaufens

 

 

 

 

 

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