Kaufberatung für Crashpads

Crashpad ist der englische Begriff für Sturzmatte. Und da Stürzen beim Bouldern auf der Tagesordnung steht, macht es Sinn sich mit den Matten vor dem Kauf auseinanderzusetzen. Was genau soll so ein Crashpad also leisten?

Es soll über einer möglichst großen Fläche den stürzenden Boulderer weich abfedern und dennoch kompakt und transportierbar sein.

Crashpads können also in der Regel ausgefaltet werden, um eine größere Sturzfläche zu bieten und sind zusammengefaltet trotzdem kompakt für Lagerung und Transport, wobei angebrachte Rückentragesysteme zusätzlich beim Zustieg zu den Blöcken helfen. Es sollte darauf geachtet werden, dass manche Boulder mehrere Matten benötigen um ausreichend gesichert zu werden und diese natürlich nur etwas bringen, wenn der Stürzende, so blöd es auch klingt, tatsächlich darauf landet. Zusätzliche Spotter sollten dabei immer vorhanden sein, um den Boulderer beim Sturz auf die Matte zu lenken und die Polsterung im Verlauf der Route neu auszurichten. Zudem sollte versucht werden auf den Füßen zu landen, um die körpereigene Dämpfung der Beine auszunutzen. Unebener Untergrund oder Bäume und Steine im Sturzgelände erfordern zusätzliche Polsterung und Aufmerksamkeit der Spotter.

 

Doch welche Unterschiede gibt es nun zwischen den Matten?

Mattentypen:

  1. Allround-Matten
    Vollwertige Allround-Matten sind ausgefaltet in etwa 90 x 60 cm bis 180 x 120 cm groß, zwischen 7 und 10 cm dick und zwischen 2 und 10 kg schwer. Sie bieten den besten Allround Schutz für die meisten Boulder. Verwendet man mehrere von ihnen kann ein Sturzgelände auch aus größeren Höhen gut gepolstert werden.


  2. Highballmatten
    Highball Boulder sind Probleme die über die übliche Komfortzone und Sturzhöhe hinausgehen, ohne dabei exakt definiert zu sein. Klar ist jedoch, dass Highball Boulder andere Anforderungen an die Matte stellen. Eine normale Matte könnte bei einem sehr hohen Sturz zu weich sein, wodurch der Boulderer den Schaumstoff bis zum Boden durchdrückt bevor die komplette Sturzenergie aufgenommen werden konnte. Während mehrere Matten aufeinander auch eine Lösungsmöglichkeit sind, sind Highballmatten selbst meist dicker (bis 15 cm) ausgeführt und aus einem härteren Schaumstoff um den Durchschlag zu vermeiden. Wenn du beim Bouldern also regelmäßig mehr als 3 Meter nach unten schaust, ist das die richtige Matte für dich.

  3. Addition Pads
    Es gibt auch Zusatzmatten, welche gut für Sitzstarts sind oder um zusätzliche Steine oder Wurzeln abzupolstern und sind entweder separat zu kaufen werden mit der Matte mitgeliefert. Diese sind meist nur 3 bis 6 cm dick und in unterschiedlichen Größen verfügbar.


Bauformen:

  1. Bauform „Burrito“



    Unter der Bauform Burrito versteht man eine Faltbare Matratze, wie im Bild dargestellt. Sie lässt sich durch die einzelnen Mattenabschnitte leicht zu einem kompakten Quader zusammenfalten und somit leicht verstauen und tragen. Ist das Pad jedoch ausgefaltet ergibt sich ein Nachteil: In den Zwischenräumen der einzelnen Mattenabschnitte wird ein Sturz schlechter gedämpft oder es kann sich sogar eine Wurzel oder ein Stein in den Zwischenraum schleichen. Durch zusätzliche Klettverschlüsse an der offenen Seite der Falte versuchen dies einige Hersteller jedoch zu unterbinden. Diese Bauform gibt es mit 2 und 3 Mattenabschnitten.

  2. Bauform „Taco“



    Das Hauptproblem des Burritos löst der Taco. Er besteht aus nur einem Teilstück, welches sich aber dem Zusammenfalten durch eine Rundung leicht widersetzt. Die Vor- und Nachteile sind dadurch recht klar. Es hat eine durchgehend gleichmäßige Dämpfung, ohne die Gefahr ins Leere zu steigen. Dabei lässt es sich jedoch nicht so kompakt falten und sollte für Langlebigkeit zudem aufgefaltet gelagert werden, um den Schaumstoff zu entlasten. 
    Dies sollte uns nun helfen manche der Matten in Mattentyp und Bauform einzugliedern. Doch wo liegen nun die Qualitätsmerkmale der Matten? Natürlich gilt je größer und dicker desto besser, solange man sie transportieren kann. Aber abgesehen davon möchten wir auf folgende Punkte genauer eingehen:

Qualitätsmerkmale:

  • Schaumstoff
    Welche Matte federt nun am besten ab? Das ist durch die Schaumschichten bestimmt. Ganz oben ist meist eine relativ feste Schicht, welche die Energie des Sturzes auf eine möglichst große Fläche verteilen soll. Darunter ist ein weicherer Schaumstoff, welcher die Energie nun großflächig aufnehmen kann. Welcher Schaumstoff dabei besser oder schlechter ist, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Qualität hat jedoch bekanntlich ihren Preis und so kann man dies auch bei den Schaumstoffen betrachten.
  • Zusatzfunktionen
    In diesem Punkt kommt die Kreativität der Hersteller zur Geltung. Da das Pad so groß ist, lasse sich zahlreiche Features einbauen, wovon wir euch auf manche aufmerksam machen wollen: 
    Für Langlebigkeit sorgen Verstaumöglichkeiten für sämtliche Trageriemen. Sind die aus dem Weg, lässt sich das Pad beim Spotten auch leichter verschieben.

    -Manche Pads sind auf verschiedene Arten weiter ausfaltbar oder teilbar. In mancher Situation sind 2 halbe Pads einfach praktischer zum Absichern als ein ganzes.
    -Ein Pad was zusammengefaltet nach unten hin geschlossen ist erlaubt es Schuhe und Rucksack ins Pad zu werfen und unkompliziert von Boulder zu Boulder zu ziehen.
    -Integrierte Addition Pads machen Sitzstarts komfortabler und halten die Schuhe sauber.
    -Mit entsprechenden Riemen lassen sich manche Pads zu einer Couch für Pausen umbauen.
    -Trotz den viele Zusatzfunktionen soll das Pad einfach auf und abbaubar sein.

Um sich auf gewisse Pads nun beschränken zu können, hilft es hier vielleicht den Kofferraum des Autos einmal gut auszumessen um zu schauen was überhaupt reinpassen würde. Hat dies deine Auswahl noch nicht zu groß eingeschränkt helfen dir die Information aus diesem Artikel weiter, wobei man mit einer Allroundmatte in einer für dich transportierbaren Größe sicher nichts falsch machen kann!

In einem ist man sich doch hier relativ einig: Mehr ist mehr. Aber mit 2 Leuten 10 Matten an einen Boulder zu schleppen ist auch nicht für jedermann machbar. Deshalb ist es ein Kompromiss zwischen: Wie gut will ich absichern und wieviele Matten will ich kaufen, transportieren und verstauen. Und obwohl Bouldern ein Individualsport ist, trifft man in populären Gebieten immer andere Boulderer, mit denen sich gemeinsam Projekte bezwingen als auch absichern lassen.

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