Suchtprävention mit Jugendlichen – Berg- und Höhlentour am Laubenstein (1351m)

Anfang August führten wir mit fünf Jugendlichen des FreD XL Kurses (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten) eine erlebnispädagogische Maßnahme, eine Höhlenbegehung, durch. Der FreD XL Kurs gliedert sich in mehrere Gruppenabende. Dabei wird unter anderem diese Aktion gemeinsam geplant.

Am Parkplatz in Aschau überprüften wir unsere Ausrüstung und verteilten das Material, Helme und Stirnlampen. Danach machten wir uns an diesem sehr heißen Morgen auf den Weg in Richtung Laubenstein. Erst folgten wir der steilen Forststraße Richtung Hofalm, die aufgrund dieser Hitze bereits eine Herausforderung für die Gruppe darstellte. Nach mehreren Trinkpausen erreichen wir diese  nach ca. einer Stunde. Dort machten wir nochmals eine längere Pause.

 

Wir wanderten weiter über die Almwiesen,  mit einem ersten Blick zum Laubenstein. Aufgrund der hohen Temperaturen blieben wir auf der Forststraße und nahmen nicht den interessanteren Steig der südöstlich mit wenig Schatten auf den Laubenstein führt. Den Gipfel erreichten wir schließlich nach einem sehr schweißtreibenden Anstieg.

Das erste Ziel unserer Tour war damit erreicht!

Nach  einem kurzen Gruppengespräch über die gemachte Erfahrung, folgte die ersehnte Pause mit einer grandiosen Aussicht in Richtung Chiemsee und Kampenwand.

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Anschließend ging es an den Abstieg, am  Eiskeller vorbei, Richtung Spielberg. Auf einen schmalen Steig erreichten wir die kleine Spielberghöhle.

Vor dem Eingang der Höhle legten wir unsere Rücksäcke ab, und die Gruppe wurde auf die Besonderheiten einer Höhlenbegehung nochmals aufgeklärt. Hierbei stellten wir neben dem naturpädagogischen Aspekt auch die erlebnispädagogische Seite in den Vordergrund.

Höhlen bedeuten den Aufbruch in eine unbekannte Welt der Dunkelheit, Enge, Kälte und Feuchte. Es braucht demnach Mut und Entschlossenheit, aber auch Neugierde und Entdeckergeist, um sich auf so ein Abenteuer einlassen zu können. Behutsam werden die Teilnehmer an die Höhlenbegehung herangeführt. Die Erfahrung von absoluter Dunkelheit verstärkt die Aufmerksamkeit der anderen Sinne. Die Enge erfordert außergewöhnliche Bewegungen und geschickte Körperkoordination. Die Gruppenteilnehmer erfahren dabei viel über ihre physischen und psychischen Fähigkeiten, aber auch über ihre Grenzen. In diesem Zusammenhang sollen die Teilnehmer auch Sicherheit und Hilfestellung durch die Gruppe erfahren.

Zu Beginn werden Helme, Stirnlampen und warme, wetterfeste Kleidung angelegt. Danach wurde eine Reihenfolge der Teilnehmer vereinbart, da die Kommunikation in der Höhle aufgrund der beengten Verhältnisse schwierig ist. Die Stimmung der Gruppe war zu diesem Zeitpunkt durch leichte Anspannung und Erwartung, Neugierde und Vorsicht geprägt.

Langsam begannen wir den Abstieg in die Höhle. Zunächst waren erste  Passagen hinunterzuklettern, bis wir einen kleinen Durchgang erreichten. An diesem Punkt versammelten wir uns und erfragten das aktuelle Befinden jedes Einzelnen. Weiter ging es zuerst durch den ersten Schluff, danach durch den engen Korkenzieher und durch einen weiteren Schluff. Mit der Gruppe dauerte es eine Weile, da die Engstellen nur langsam überwunden werden konnten und die ungewohnten Körperbewegungen für einige Gruppenteilnehmer eine große Herausforderung darstellte. In diesen Momenten war jeder der Teilnehmer mit sich selbst beschäftigt, es wurde jedoch auch gegenseitige Hilfestellung gegeben. Nach dem Überwinden der Engstellen wurde der Gang breiter, bis wir in die erste Halle der kleinen Spielberghöhle gelangten. Erleichterung, die engsten Stellen waren geschafft!

Die Gruppe sammelte sich, um die  ungewohnte Umgebung wahrnehmen zu können.

Anschließend kletterten wir über große Felsblöcke ab zur nächsten Halle. Wir hatten unser Ziel damit erreicht. Wir versammelten uns an einem größeren Felsblock, machten gemeinsam das Licht unserer Stirnlampen aus und erlebten die uns umgebende, absolute Dunkelheit. Unsere Sinne schärften sich, wir hörten trotz der langen Trockenheit noch Wasser in der Höhle  tropfen.

Nach einigen Minuten machten wir das Licht unserer Stirnlampen an und begaben uns auf den Rückweg.

Am Höhlenausgang wurde den Teilnehmer bewusst, wie groß der Temperaturunterschied zwischen Höhle und dem Freien war.  Die  Höhlenbegehung war  an diesem Punkt für die Gruppe zu Ende und wir machten uns auf den Rückweg in Richtung Aschau.

 

 

An dieser Stelle möchten wir uns bei Sport Praxenthaler und Team Alpin für die zur Verfügung gestellte Outdoorausrüstung bedanken.

Stefan Eder / Agnes Hallweger

Caritas Fachambulanz Traunstein

 

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