Lawinenverschüttetensuche im Überblick

Freeride – nur ein freier Ritt, wenn man auch sicher unten ankommt!

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Bild: Daniel Zangerl

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Jeder Wintersportler kennt das Glücksgefühl, das in einem aufsteigt, wenn man auf tiefverschneite Hänge unter blauen Himmel hinunterblickt.

Das Wochenende im Kaunertal beim Freeride Testival der ISPO hat uns wieder legendäre Tage beschert.

Jeder kennt auch die kleine, leise Stimme, die zu einem spricht „eine frische Line – das will ich“. Klar – natürlich wollen wir das!

Nur zu oft wird die leise Stimme laut und das Risiko groß. Auf der Suche nach einem unverspurten Hang, einer frischen Line, das Adrenalin im Blut… und dann kann auch mal eine Lawine abgehen.

Das gilt es zu vermeiden – doch auch für den Fall eines Lawinenabgangs und einer Person in Not muss jeder Freerider vorbereitet sein.

Das Teamalpin Team hat aus diesem Grund im Kaunertal mal wieder die Chance genutzt und die Verschüttetensuche mit LVS-Gerät aufgefrischt.

Für Euch haben wir alles übersichtlich zusammengefasst.

Hilfsmittel Schritte
Eigene Sinne
  • Oberflächensuche: sieht man Skier, Stöcke, Körperteile (z.B. Arm) an der Schneeoberfläche
  • Hören: Schreie?, Handyklingeln?
Andere, nicht verschüttete Personen Klare Anweisungen:

  • Wer führt den Notruf aus?
  • haben ALLE ihr LVS-Gerät auf „Suche“ umgestellt?
  • Aufteilung bei der Suche
  • Wichtig und für viele NEU: Das Handy aller Personen sollte abgeschaltet sein, bis auf die Person, die den Notruf absetzt und weiterhin für die Rettung erreichbar sein muss. Das Handy stört den Empfang des LVS-Geräts. Allgemein sollte das Handy immer möglichst weit vom LVS-Gerät entfernt verstaut werden (mind. 40cm), um die Leistung des LVS-Geräts nicht zu beeinträchtigen.
LVS-Gerät
  1. Umschalten des Geräts auf „Suche“
  2. Ist noch kein Signal angezeigt, Gerät am Ohr halten bis „Piepssignal“ kommt und Hang mit nach vorne gerichteten Augen absuchen (somit werden Hinweise an der Oberfläche nicht übersehen)
  3. Signal ertönt und wird am Display angezeigt à Pfeilen folgen und Feldlinienverlauf beachten*
  4. Halten in Hüfthöhe bis ca. 15-20m Anzeige
  5. Ab 15m langsamer gehen und LVS-Gerät nah an der Schneeoberfläche halten
  6. 2-10m langsames Herangehen –kein unnötiges Umherschwenken des Geräts (dem Gerät Zeit geben, Richtungsänderungen anzugeben)
  7. 0-2m langsames rechts/links und oben/unten bewegen des Geräts um möglichst genauen Treffer zu erzielen
  8. Bei kleinster Entfernung markieren (Mütze, Stöcke, etc. hinlegen)
  9. Anderen Suchenden „Fund“ bekanntgeben und mit Sondieren fortfahren
  10. (bei mehreren Verschütteten sollte eine Person gleich weitersuchen)
Sonde
  • Am Punkt der kleinsten Entfernung mit dem Sondieren beginnen
  • In kleinen Abständen (ca.15-20cm) kreisförmig sondieren, bis man einen Fund landet
Schaufel
  • 3-4m unterhalb des gefunden Punkts zu Schaufeln beginnen
  • Kegelförmig, um Plattform für Abtransport zu ermöglichen
  • Bei mehreren Personen: „Fließbandarbeit“ (untere Person schaufelt Schnee weiter weg)
  • Abwechseln beim Schaufeln nach 1-2min (ähnlich wie beim Windschattenfahren, wird vorderste Peron von hinterer abgelöst)
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Bild: Daniel Zangerl

 

Bei allen Schritten gilt: Ruhe bewahren aber so zügig wie möglich handeln! Die ersten 15min retten Leben (diese Minuten sind entscheidend für den Verschütteten, danach sinkt die Überlebenschance drastisch).

 

Feldlinienverlauf
*Feldlinienverlauf eines LVS-Geräts (Quelle: alpin.de)

Es ist wichtig, die gerade gelesenen Schritte selbst praktisch zu üben, um im Ernstfall schnell und effizient handeln zu können. Üben könnt Ihr mit einer Gruppe von Freunden: vergrabt zum Beispiel ein LVS-Gerät im Rucksack.

Bestens vorbereitet seid ihr natürlich, wenn ihr unter Anleitung von Profis übt.

Möglichkeiten hierzu bieten u.a.:

Die passende Ausrüstung könnt ihr bei uns im günstigen Set kaufen!

Eine sehr gute Übersicht über die aktuellen LVS-Geräte findet ihr hier!

Bei Fragen rund um das Thema Lawine und Verschüttetensuche freuen wir uns über Kommentare!

Abschließend noch ein großes Dankeschön an den Berg- und Skiführer Jörg Brejcha, der uns am Kaunertaler Gletscher so toll unterstützt hat und ein super Übungsfeld vorbereitet hatte.

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Bild: Daniel Zangerl

 

2 Gedanken zu „Lawinenverschüttetensuche im Überblick

  1. Ich finde, dass man so etwas nicht oft genug auffrischen kann und auch in der Praxis immer wieder üben sollte! Und immer eine passende Sicherheitsausrüstung dabei haben!
    Sogar die Profis machen oft genug noch Fehler und müssen mit dem Leben dafür bezahlen, aktuelles Beispiel Matilda Rapaport 🙁 Dabei hätte ein einfacher Lawinenrucksack sicher schon genügend geholfen!

    1. Hallo Philipp,

      danke für deinen Beitrag – sehr richtig 🙂 : üben und auffrischen sind hier das A und O. Im Extremfall ruhig bleiben und schnell handeln soll damit erleichtert werden.
      Der Unfall von Matilda Rapaport ist sehr tragisch, über Unfallhergang und Folgen wollen wir hier nicht spekulieren, dazu fehlt uns das Hintergrundwissen.

      Wir hoffen wieder auf eine gute und unfallfreie Wintersaison für alle!

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