Testbericht Suunto Ambit2 HR

Ob in den Bergen oder beim Laufen, die Suunto Ambit2 ist vielseitig einsetzbar. Ich habe sie für euch unter die Lupe genommen.

Ich habe nach einer guten Möglichkeit gesucht, wie ich mein Training dokumentieren und auswerten kann. Ich habe mich auf die Suche nach der passenden Uhr gemacht. Da es für das Bergsteigen hier kaum eine echte Alternative gibt fiel die Wahl auf die Suunto Ambit2 HR.

Erster Eindruck
Nachdem ich die Uhr aus ihrer Verpackung genommen habe dachte ich erst einmal „Wow, das ist ein ganz schön großer Wecker“. Aber wenn man sich an die etwas klobige Optik gewohnt hat, dann stört das nicht weiter und die Vorzüge überwiegen.

Konfiguration über Movescount
Sehr bequem ist die Konfiguration in Movescount, der Suunto Online Plattform. Über den Rechner kann man die Uhr schnell so einstellen wie man es sich wünscht. Per USB werden die Daten dann auf die Uhr übertragen. Das hat aber auch zwei kleine Nachteile. Erstens ist man verpflichtet sich einen Account zu erstellen und zweitens kann man unterwegs nicht einfach schnell eine neue Sportart, oder eine andere Anzeigeoption hinzufügen.

Movescount ist zugleich auch die Dokumentationsseite des eigenen Trainingfortschritts (hier geht es zu meinen Moves). In der eigenen Community kann man seine Moves öffentlich zugänglich machen, muss das aber nicht. Außerdem findet man hier viele Trainingspläne und Apps, die man sich auf die Uhr laden kann.

Leider ist ein direkter Download von der Uhr nicht möglich. Man muss die Daten erst zu Movescount hochladen und kann sie von dort exportieren. So sind aber alle Trainingseinheiten zentral an einer Stelle zu finden.

Das erste Training
Beim ersten Training wollte ich erst einmal eine kleine Runde Laufen gehen und das GPS und den Brustgurt testen. Wenn man zuvor immer mit dem Smartphone trainiert hat, dann sind die Ergebnisse ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das GPS Signal war schnell gefunden (beim ersten Mal dauert es aber doch ein bisschen länger) und macht auch einen viel präziseren Eindruck. Die Bedienung der Uhr ging sofort gut von der Hand. Das große Display zeigt während dem Training die Daten an, die man vorher im Suunto Portal konfiguriert hat.

Anfangs dachte ich, dass der Brustgurt für die Pulsmessung ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist und keinen langlebigen Eindruck macht, da der Sender doch sehr leicht und die Druckpunkte der Klips etwas labil wirken. Nachdem ich den Gurt jetzt aber schon einige „Moves“ (so heißen die Trainingseinheiten bei Suunto) lang getestet habe, hat sich der erste Eindruck nicht bestätigt und er trägt sich zudem noch super bequem.

Höhenmesser, Kompass und Co
Beim Bergsteigen haben sich schnell die Stärken der Uhr gezeigt. Der Höhenmesser ermittelt die aktuelle Höhe über den eingebauten Barometer. Das wäre noch nichts besonderes, machen das doch alle barometrischen Höhenmesser auf diese Art. Der Clou ist, dass man die Höhe nicht immer wieder selbst justieren muss, sondern dass die Höhendaten über das GPS immer wieder aktualisiert werden. Ich habe bei meinen Feldtests festgestellt, dass an den Gipfeln die Höhe wenn überhaupt nur im einstelligen Meterbereich abgewichen sind. Das ist wirklich ein tolles Feature.

Der 3 Achsen Kompass tut was er verspricht. Auch wenn man die Uhr nicht parallel zum Boden hält, zeigt der Kompass in die richtige Richtung. Auch der Akku hat bei den bisherigen Touren problemlos durchgehalten. Die Akkuanzeige hat nach 5,5 Stunden noch über 40% angezeigt. Wenn man weiss, dass eine längere, mehrtägige Tour ansteht, kann man zudem noch einige Stromsparfunktionen aktivieren, sodass auch durchaus eine längere Tour komplett getrackt werden können sollte.

Navigation und Tracking
Bei einer Schneeschuhwanderung habe ich die Navigation und das Tracking im Gebirge ausprobiert. Von der Navigation war ich ein bisschen enttäuscht. Ohne eine aufwendigere Vorbereitung ist die Navigation nicht nutzbar. Man muss einen Track erstellen, oder bearbeiten und Wegpunkte hinzufügen, zu denen man nacheinander geführt wird. Als Navigationshilfe kann man es aber dennoch benutzen. Man muss einfach ab und zu draufschauen um zu sehen, ob man sich noch auf dem grafisch dargestellten Track befindet, bzw. in welche Richtung es weitergeht.

Leider kann man auch während des Trackings keine Wegpunkte hinzufügen (lassen). Dafür punktet die Uhr aber bei der Genauigkeit der Aufzeichnung.  Auch in bewaldetem, bergigem Gebiet liegt der Track meist auf den Wegen, was mit der Smartphone App oft nicht so gewesen ist.

Beim Navigieren und Aufzeichnen von Tracks kann Suunto softwareseitig noch etwas nachliefern. Ich hoffe über ein Update kommt da noch die ein oder andere Verbesserung nach.


Fazit

Eine tolle Outdooruhr, die seinesgleichen sucht. Das Training wird nicht nur ausführlich dokumentiert, die Daten werden auch schön aufbereitet und man wundert sich immer wieder wie viele Daten man angezeigt bekommt. Ich bin super glücklich mit der Uhr und kann sie nur weiterempfehlen. Einziger Wermutstropfen ist die umständliche Navigation.

 

Text und Bilder: Christian Forjahn www.alpinfieber.net

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