Freerideskier – die Qual der Wahl – wir helfen Euch bei der Entscheidungsfindung !

Im Bereich Freeride gibt es mittlerweile eine schier unendliche Bandbreite an verschiedenen Skimodellen. Um sich hier noch zurecht zu finden ist oft eine Beratung unumgänglich.
Durch die Rocker-Technologie (negative Vorspannung des Skis) wurde die Chamber-Konstruktion (positive Vorspannung) nahezu komplett ersetzt und die Hersteller kämpfen um die beste Shape-Variante, Länge und Biegung um den Markt anzuführen.
Aufgrund dieses Wettbewerbs gibt es eine Sortimentsbreite im Bereich Freeride wie noch nie.
Hier den richtigen Ski auszuwählen liegt nicht nur am eigenem Geschmack, an Vorzügen  und Design, sondern es sollten vor allem die Grundlagen für die Kaufentscheidung  beachtet werden.

Zur groben Übersicht hat das Teamalpin Team hier die verschiedenen Rocker-Varianten aufgelistet und eine Kaufberatung (Länge, Einsatzgebiet, usw.) zusammengestellt.

Die Rocker-Technologie hat den großen Vorteil, dass der Ski leichter eindreht (Schwungeinleitung), verzeiht eher Fahrfehler und spart dadurch Kraft.

Die Skilänge wird durch die Biegung der Schaufel und gegebenenfalls des Ski Ende verkürzt und somit erhält der Ski (gerade Lage der Ski) weniger Auflagefläche.
Leitet man nun den Schwung ein kann der Ski schneller und mit weniger Kraftaufwand gedreht werden. Gewinnt aber bei erhöhter Geschwindigkeit durch „Strecken“ der Kante Stabilität.
Fangen wir mit den verschiedenen Rocker-Varianten an. Jede Firma bezeichnet ihre Rocker anders. Im Grunde gibt’s es aber nur 3 Rocker-Varianten, die dann von Hersteller zu Hersteller natürlich spezifisch verändert werden. (wir veranschaulichen das am Beispiel Völkl)

 

1) Tip Rocker: Einsatzbereich Pisten und All Mountain

  • nur die Schaufel ist aufgebogen, der restliche Ski hat eine positive Vorspannung

 

tip-rocker(Bildquelle: Völkl)

 

 

2) Tip & Tail Rocker: Einsatzbereich All Mountain, Powder und Park & Pipe (bedingt Piste)

  • beide Enden sind aufgebogen

 

 tip-tail(Bildquelle: Völkl)

 

3) Full Rocker: Einsatzbereich Powder

  • der Ski ist über die ganze Länge aufgebogen

 

full-rocker(Bildquelle: Völkl)

 

Für welchen Einsatzbereich soll der Ski sein?

Wir unterteilen der Einfachheit halber bei uns in 3 Kategorien:

Powder:

Der reine Powder-Ski wird immer breiter und gerne lange gefahren. Hier kann man zwischen den im freien Gelände sehr langen Ski (Körpergröße bis zu + 10cm) und für den spielerischen, drehfreudigen „Wald- und Trickpowderski“ (Skilänge ab Kinn Höhe bis Körpergröße) unterscheiden.

Allgemein gilt:
Full Rocker mit breiter Taillierung > 100mm; Länge (siehe oben)
Oder
Tip- & Tail Rocker mit sehr breiter Taillierung >115mm; Länge (siehe oben)

 

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All Mountain:

Beim All Mountain sollte man noch einmal abgrenzen, ob der Ski auch zum Aufstieg geeignet sein soll und wo die Schwerpunkte für den Einsatz liegen.

Für den Aufstieg ist natürlich Gewicht und Breite entscheidend. Bei der Länge eher kürzer wählen, spart Gewicht und man bewältigt Spitzkehren leichter.
Skilänge: ca. Kinn Höhe
(Der Full Rocker ist hier nicht zu empfehlen, da die Auflagefläche stark verkürzt ist.)

Soll der Ski auch auf der Piste eine gute Figur machen empfiehlt sich ein Tip Rocker.
Skilänge: Kinn Höhe
(Nur Schaufel gerockt, restlicher Ski Champer-Konstruktion, somit gute Pisten Tauglichleit aber für den ein oder anderen Schwung abseits der Piste noch guten Auftrieb durch die gerockte Schaufel.)

Mit dem Tip- & Tail Rocker  hat man einen guten Kompromiss für alle Schneeverhältnisse. Skilänge: + – 3cm Körpergröße
(Ob feiner Pulverschnee, Bruchharsch oder die letzte Abfahrt auf der Piste, diese Konstruktion ist der Allrounder und fühlt sich in jedem Terrain zu Hause.)

Aber auch ein Full Rocker ist als All Mountain Ski geeignet.
Skilänge: Körpergröße bis +5cm
(Der große Vorteil ist die große Drehfreudigkeit + Je nach Konstruktion eine noch akzeptable Pisten- Performance)

 

 

 

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Full Rocker

 

 

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Tip Rocker

 

 

aa0025316_1_0Tip-&Tail Rocker

Park & Pipe:

Bevorzugt wählt man einen Twintip (vorne und hinten aufgebogen) aus, da so auch das Rückwärtsfahren und -landen mit dem Ski möglich ist. Was beim Freeskiing notwendig ist um coole Tricks zu machen.
Skilänge: bis Nasenhöhe
(Die Bindung wird mittig montiert, dass Balance und Drehfreudigkeit verbessert wird – kann aber auch vom vorgegebenenn Montagepunkt des Herstellers je nach Modell bis zu 6cm nach vorne montiert werden)

Allgemein gilt:
Tip- & Tail Rocker und Taillierung abhängig von Einsatzgebiet
(Park schmal; Backcountry breit)

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Zum Schluss möchte ich betonen, dass dieser Beitrag nur meine persönliche Meinung wieder spiegelt und nicht als „unverrückbar“ zu deuten ist.

 

 

 

Ein Gedanke zu „Freerideskier – die Qual der Wahl – wir helfen Euch bei der Entscheidungsfindung !

  1. Hallo Raphael,

    Schöner und ausführlicher Artikel über die Freeride Ski Auswahl!
    Nur würde ich persönlich einen reinen Tip-Rocker Ski nicht ausschließlich in die Kategorien All-Mountain und Piste einordnen. Mein Salomon Rocker 1 hat auch nur einen Tip-Rocker (720mm) und lässt sich leider sehr schlecht auf der Piste bewegen. Er ist quasi ein reiner Back-Country Ski zum Vollgas geben.

    Ansonsten haben mir besonders deine Tipps für die Tourenski-Auswahl sehr gut gefallen!

    LG Alex

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